Besondere Tätigkeiten

Die Einsatzkräfte im Wasserrettungsdienst sind nicht alle "nur" Rettungsschwimmer.

Viele von Ihnen qualifizieren sich in Ihrer Freizeit weiter und erwerben somit Spezialverwendungen und können im Einsatzfall besondere Aufgaben und Funktionen übernehmen.

Eine Auswahl an Qualifikationen stellen wir Ihnen nachfolgend vor.

Für einige Qualifikationen gelten jedoch besondere Voraussetzungen:

  • Mitgliedschaft in der DLRG
  • gültige Fachausbildung Wasserrettung
  • Mindestalter von 18 Jahren
  • Führerschein Klasse B (ehem. 3)
  • mindestens zwei Jahre Einsatzdienst und/oder
  • eine Mindestwachstundenanzahl

Diese Qualifikationen erfordern teilweise einen sehr hohen Zeitaufwand und schließen in der Regel alle mit einer theoretischen und praktischen Prüfung ab.

Unsere SPEZIALISTEN erkennen Sie an den rot-gelben Rückenschildern der Einsatzkleidung (sofern die Einsatzkleidung hierfür vorgesehen ist).

Rettungsschwimmer - Wasserretter

Die ehrenamtlichen Rettungsschwimmer im Einsatzdienst sind die wichtigste Einsatzkomponente - ohne sie läuft nichts.

Jeder, unabhängig von den Aufbauqualifikationen, besitzt das Rettungsschwimmabzeichen in Bronze.

Die Rettungsfähigkeit muß von allen Einsatzkräften regelmäßig spätestens alle zwei Jahre aktualisiert werden.

Im Rahmen der Fachqualifizierung zum Wasserretter, erwirbt jeder das Deutschen Rettungsschwimmabzeichen in Silber sowie den Sanitätshelfer (San A).

Die Ausbildung zum Wasserretter läuft über mehrere Jahre parallel zum regulären Einsatzdienst - denn an realen Einsätzen lernt man am besten.

Sanitäter

Alle Einsatzkräfte haben als medizinische Grundqualifikation mindestens einen Erste Hilfe-Schein.

Im Laufe der Tätigkeit werden alle Einsatzkräfte zum Sanitätshelfer (San A) qualifiziert, die gleichzeitig auch in der Anwendung eines AED (automatischer externer Defibrillator) geschult werden.

Interessierte Sanitätshelfer qualifizieren sich weiter zum Sanitäter (San B).

Diese Qualifikationen müssen regelmäßig aktualisiert werden.

Unseren medizinisch geschulten Einsatzkräften stehen eine Vielzahl moderner Hilfsmittel zur Verfügung, mit deren Hilfe Sie professionelle Hilfe leisten können.

Sprechfunker

Die Motorrettungsboote und Einsatzfahrzeuge der DLRG sind mit Digitalfunkgeräten ausgestattet. Als Hilfeleistungsorganisation funken wir zusammen mit anderen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben im sogenannten BOS-Bereich.

Häufig kommt es vor, dass wir uns mit der Berliner Feuerwehr und der Polizei per Funk verständigen müssen, um am Einsatzort gemeinsam arbeiten zu können.

Im BOS-Bereich sind bestimmte Funkregelungen einzuhalten, daher ist jede Einsatzkraft im Umgang der Geräte und in der Art und Weise der Kommunikation geschult.

Strömungsretter

Angelehnt an den amerikanischen Swiftwater Rescue Technician (SRT) ist der DLRG-Strömungsretter (SR) ein auf stark strömende Gewässer, Wildwasser und Hochwasser spezialisierter Wasserretter. Er wird grundsätzlich im Team eingesetzt und ist durch eine spezielle Schutzausrüstung vor den besonderen Gefahren in Flüssen und Überschwemmungsgebieten geschützt.

Die Ausbildung zum DLRG-Strömungsretter ist als Ergänzung zur Ausbildung Wasserrettungsdienst zu sehen.

Die Strömungsretter stellen im Verbund der Einsatzkräfte eine wertvolle Ergänzung dar. Sie werden u.a. im Einsatz einer SEG (Schnelle Einsatzgruppe z.B. zur Rettung und Suche an Kleinflüssen), als Absicherung an Wildwasserstrecken, bis hin zu KatS-Unterstützung im Hochwasser eingesetzt. Sie können als separate Fachgruppen, als Teile einer SEG oder Teilkomponenten eines Wasserrettungszugs alarmiert werden.  Die Einsatzbereiche der DLRG Strömungsretter sind:

Im Hochwasser

  • Primärrettung mit seiltechnischen Hilfsmitteln aus überfluteten Gebieten (z.B. Häuserzeilen, Dächer, …)
  • Arbeit in der „heißen Zone“ an Dämmen und Deichen als Schnittstelle zu Tauchern ( z.B. Sandsäcke, Folien legen)
  • Absicherung aller Helfer und Einsatzkräfte an der Einsatzstelle bei der Deichsicherung („Downstream-Safety“)
  • Evakuierungen mit dem Raft / Hochwasserboot (auch mit Seilfähre / am Hochseil)

In der Rettung:

  • Rettung am/im fließenden Gewässern („SEG SR“)
  • Suche an/in fließenden Gewässern
  • Absicherung eigener Rettungskräfte
  • Rettung aus unzugänglichen Geländen (Klammen, Canyons, Wehre/ Walzen, Brückenpfeilern…) auch mit technischem Gerät / seilgestützt
  • Unterstützung von Bootseinsätzen (Einsatz vom Boot in besonderen Gefahrenzonen)
  • Assistenz und Unterstützung bei technischer Hilfeleistung am / im Wasser anderer Organisationen

Bei Übungen und Wettkämpfen anderer Verbände und Organisationen:

  • Absicherung von Übungen der Bundeswehr / THW am/im Wasser (z.B. Schnellbrückenbau)
  • Absicherung von Wettkämpfen an Wildwasser-Strecken  (Kanu/Kajak-Wettkämpfe / Wildwasserschwimmen)

Bei der DLRG besteht ein Strömungsrettertrupp, als die kleinste Einheit, aus mindestens drei Rettern, wobei einer der Sicherungsmänner dann gleichzeitig der Truppführer ist.

Für einen effektiven Einsatz sollten aber mindestens zwei Trupps an einer Einsatzstelle eingesetzt werden, die sich gegenseitig absichern können. Viele Situationen erfordern oft den parallelen Einsatz mehrerer Strömungsrettertrupps. Niemals darf aber ein Strömungsretter alleine im Wasser ohne entsprechende Sicherung (Sicherungsmann I und II) eingesetzt werden!

Bootsführer

Die meisten unserer Einsätze ereignen sich nicht direkt an einer Station oder es ist notwendig, dass Rettungsschwimmer zur Unterstützung an einen anderen Ort als ihrer Station gebracht werden müssen.

Hierzu dient das Motorrettungsboot.

Und auf jedem Boot muss es einen Kapitän geben, der das Kommando hat. Dies ist bei der DLRG der Bootsführer.

Er ist nicht nur der Bootsfahrer, d.h. er fährt nicht nur das Boot zum Einsatz, er ist auch der Bootsführer, der die Führung und Verantwortung für das Boot und seine Mannschaft inne hat.

Der Bootsführer ist die unterste Führungsebene in der DLRG - der Bootsführer trifft am Einsatzort taktische Entscheidungen zum Einsatzverlauf.

Einsatztaucher

Sind die Gewässer tiefer als 3m, der zu suchende Gegenstände klein oder es wird eine Personen im oder unter Wasser vermisst, kommen unsere Einsatztaucher.

Auch um Arbeiten unter Wasser auszuführen oder große Gegenstände (Boote o.ä.) zu heben ist die Aufgabe der Einsatztaucher.

Ein Einsatztaucher ist ein Rettungsschwimmer, der - wie anderer Qualifikationen auch - eine zusätzliche Ausbildung erhält. Diese Ausbildung befähigt ihn, seine Aufgaben sicher für ihn und seine Kameraden auszuführen.

Einsatztaucher erhalten eine umfangreiche und zeitaufwendige Ausbildung und müssen ihr Können auch als fertige Einsatztaucher regelmäßig trainieren um ihre Befähigung zu erhalten.

Die Ausbildung erstreckt sich über einen Zeitraum von etwa einem Jahr.

Sie umfasst einen Theorieblock, einen praktischen Teil in der Schwimmhalle, einen praktischen Teil im Freiwasser und Übungsstunden im Freiwasser.

Im Theorieteil bekommt der angehende Einsatztaucher das notwendige theoretische Wissen beigebracht, das die Bereiche Medizin & Biologie, Tauchgeräte und Kompressoren, Gesetze und Richtlinien, Suchmethoden und Einsatztaktik umfasst.

Die praktische Hallenausbildung führt ihn an die Umgebung unter Wasser heran, trainiert seine Apnoefähigkeit (Fähigkeit die Luft für längere Zeit anzuhalten), bringt ihn kontrolliert an seine Belastungsgrenzen, macht ihn mit seiner Ausrüstung blind vertraut und bereitet ihn auf seine Freiwassererfahrungen vor.

In der Freiwasserausbildung wird der Einsatztauchanwärter an seine Einsatzumgebung in den Berliner Freigewässern herangeführt. Da Sicht unter Wasser meistens nicht vorhanden ist, lernt er sich an seiner Sicherungsleine führen zu lassen. Er übt auch unvorhersehbare Situationen an Land, über und unter Wasser zu meistern, mit technischen Hilfsmitteln Arbeiten unter Wasser zu verrichten und er wird darauf vorbereitet seine Einsatzfähigkeit in kürzester Zeit unter ungünstigen Bedingungen herzustellen.

Alle diese Vorbereitungen dienen ihm dazu, in den folgenden Wochen/Monaten seine erworbenen Fähigkeiten im praktischen Wasserrettungsdienst zu festigen.

Zum Abschluss muss der Einsatztauchanwärter sein Können während einer mehrtägigen Prüfung unter Beweis stellen.

Nach erfolgreich bestandener Prüfung darf er als Einsatztaucher im Wasserrettungsdienst eingesetzt werden.

Im Einsatz ist er allerdings nicht allein auf sich gestellt.

Um zum Einsatz zu gelangen sind noch weitere Personen notwendig:

Bootsführer, die ihn zum Einsatzort bringen.

Signalmänner, die ihn ins Wasser geleiten, unter Wasser führen und wieder sicher aus dem Wasser geleiten.

Taucheinsatzführer, die den Taucheinsatz führen.

Signalmann

Einsatztaucher werden in Gewässern eingesetzt in denen häufig eine besondere Gefährdung durch schlechte Sicht, Strömungen, Verunreinigungen im Wasser und weitere Gefahren gegeben ist.

Um ihn vor diesen Gefährdungen zu schützen, gibt die Berufsgenossenschaft vor, dass jeder Taucher im Wasser durch eine Leine, die ihm zur Sicherung und Führung dient, mit einem festen Punkt an Land verbunden sein muss.

Während sich an der einen Seite der Leine der Taucher befindet, ist das andere Ende der Aufgabenbereich des Signalmannes.

Der Signalmann ist Auge des Tauchers über Wasser, er unterstützt und führt ihn.

Im Vorfeld des Tauchganges überprüft er gemeinsam mit dem Taucher dessen Ausrüstung auf Vollständigkeit und Funktion.

Während des Tauchganges führt er den Taucher an seinen Einsatzort oder führt ihn durch sein Suchgebiet, sichert den Taucher gegen Gefahren und kommuniziert mit ihm über seine Leine.

Nach dem Tauchgang überprüft er, ob es dem Taucher gut geht und hilft ihm seine Einsatzbereitschaft wieder herzustellen.

Um diese Aufgaben wahr zunehmen zu können, erhält der Signalmann eine theoretische Ausbildung, die der des Einsatztauchers ähnelt, mit Wissen im medizinischen, gerätetechnischen und einsatztaktischen Bereichen.

Im Anschluss geht es dann an die praktische Ausbildung zusammen mit den Einsatztauchern.

Eigene Taucherfahrungen, die der Signalmann mitbringt, erleichtern ihm den Einstieg, aber auch ohne diese Erfahrungen bekommt der Signalmann das praktische Wissen durch eine Reihe von Übungen mit den Einsatztauchern vermittelt.

Da der Signalmann bereits ein ausgebildeter Rettungsschwimmer ist, fällt ihm auch die Durchführung von Rettungsübungen mit verunfallten Tauchern nicht schwer.

Nach der Ausbildung, die sich sporadisch über ca. ½ Jahr hinzieht, legt er eine Prüfung ab und kann dann als Signalmann eingesetzt werden.

Um seine Berechtigung als Signalmann eingesetzt  zu werden zu erhalten, muss er regelmäßig an Übungen mit den Einsatztauchern teilnehmen.

Taucheinsatzführer

Aufgrund der besonderen Gefährdungen, die bei Rettungs- und Bergungseinsätzen auftreten können, gibt die versichernde Berufsgenossenschaft vor, dass Einsatztaucher niemals alleine sondern immer nur in Form von Tauchtrupps agieren dürfen.

Die Verantwortung für diesen Trupp und die Durchführung des Taucheinsatzes wird von einem Taucheinsatzführer getragen.

Der Taucheinsatzführer ist ein ausgebildeter Einsatztaucher, der umfangreiche Einsatztaucherfahrung aufweisen muss. In einem kurzen Lehrgang mit abschließender Prüfung muss er seine theoretischen Kenntnisse auffrischen und unter Beweis stellen.

Nach erfolgreicher Prüfung führt er Taucheinsatze. Ihm sind die am Einsatz beteiligten Einsatztaucher und Signalmänner unterstellt.